15 Kommunen gründen gemeinsames Unternehmen

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 1. Juli final der Satzung für das gemeinsame Kommunalunternehmen „Abwasserdienstleistungen Donau-Wald“ zugestimmt. An dem Unternehmen sind neben Haselbach 14 weitere Kommunen in der Region beteiligt. Die Gemeinde erhofft sich von dem neuen Unternehmen Fortschritte bei der Kanalüberwachung und -sanierung.

Das Kommunalunternehmen (KU) soll die beteiligten Gemeinden insbesondere bei der Umsetzung der Eigenüberwachungsverordnung und der Erstellung eines aussagekräftigen Kanalkatasters unterstützen. Daneben versprechen wir uns von der interkommunalen Zusammenarbeit auch Synergieeffekte – etwa bei der Vergabe von Aufträgen zur Kanalsanierung.

Zur Kanalüberwachung verpflichtet

Laut der Eigenüberwachungsverordnung ist jede Gemeinde verpflichtet, jeden Meter ihres Kanalisationsnetzes mindestens einmal alle zehn Jahre mit einer Kamerabefahrung zu inspizieren, um Schäden zu erkennen und ihre Entwicklung zu überwachen. Das Problem dahinter ist so einfach wie teuer: Die teils arg in die Jahre gekommenen Kanalnetze sind vielfach nicht mehr dicht. Dadurch dringt zum einen Abwasser ins Grundwasser und verschmutzt diese wertvolle Ressource. Umgekehrt gelangt aber auch sauberes Wasser durch solche undichten Stellen in die Kanalisation, wird so unnötigerweise zu Abwasser und belastet zudem auch noch die Kläranlage.

Die deshalb vorgeschriebene Eigenüberwachung ist in der Gemeinde Haselbach wie in vielen anderen Gemeinden bisher nicht vollständig umgesetzt – auch weil in der Verwaltung die Mittel für die Koordination dieser Aufgabe fehlen. Das Kommunalunternehmen hat nun zum Ziel, die vollständige Befahrung des Kanalnetzes über einen Zeitraum von zehn Jahren zu organisieren. Dazu wird das KU selbst die notwendigen Fahrzeuge beschaffen und entsprechendes Personal einstellen.

Im Zuge dieser Überwachung sollen auch nicht nur – wie bisher – Schächte und Kanalverläufe, sondern auch die genaue Lage von Schäden in einem Kanalkataster dokumentiert werden. Dieses detaillierte Verzeichnis kann dann als Grundlage für Sanierungsmaßnahmen dienen. Auch die Erstellung von Sanierungskonzepten wird künftig zentral durch das KU erfolgen – die Gemeinde spart sich dadurch einen Teil der sonst notwendigen Planungskosten.

Verwaltungsrat überwacht Tätigkeiten

Schließlich versprechen sich die beteiligten Kommunen Einsparungen durch die gebündelte Ausschreibung von Sanierungsmaßnahmen. Insgesamt wird der Betrieb des Abwassernetzes für die Gemeinde durch das neue KU freilich nicht billiger – vor allem dann, wenn man vermutlich notwendige Sanierungen mit berücksichtigt. Das Unternehmen soll des der Gemeinde vielmehr erlauben, ihre Aufgaben künftig ordnungsgemäß und möglichst effizient zu erfüllen.

Das KU, das seine Arbeit am 1. September aufnehmen soll, wird von einem Vorstandsvorsitzenden geleitet, der nicht nur den kaufmännischen Bereich abdeckt, sondern auch die technische Arbeit des Unternehmens koordiniert. Überwacht wird die Arbeit von einem Verwaltungsrat, der sich aus den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen zusammensetzt und der sicherstellen soll, dass das Unternehmen die selbst gesteckten Ziele erreicht.

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