Die Haselbacher hatten Ende 2020 die Gelegenheit, bei zwei wichtigen Vorhaben mitzureden: dem Baugebiet Schmelling II und dem geplanten Sportgelände. Hier sind die Ergebnisse der Bürgerbefragungen:
Bürgerbefragung zum Baugebiet Schmelling II
(Hier geht’s zu den Ergebnissen der Bürgerbefragung zum Sportpark.)
Der Gemeinderat Haselbach hat in seiner Sitzung am 26. November 2020 die Durchführung einer Bürgerbefragung zu den Planungen für ein Neubaugebiet im Ortsteil Schmelling beschlossen. Anlass für die Planungen der Gemeinde ist die hohe Nachfrage nach Bauplätzen, vor allem durch junge Familien. Entsprechend beabsichtigt die Gemeinde die Etablierung eines Punktemodells zur Vergabe von Einfamilienhausparzellen, um Bauplätze vorrangig an Ortsansässige und junge Familien zu vergeben.
Im Zuge der Bürgerbefragung gingen bei der Gemeinde insgesamt 24 ausgefüllte Fragebögen ein. Ein repräsentatives Ergebnis lässt sich damit sicher nicht erreichen; das war auch nicht das Ziel der Befragung. Wie erhofft, legen die Ergebnisse unterschiedliche Perspektiven auf die Pläne offen und sammeln die zentralen Argumente von Befürwortern und Kritikern der Pläne. Dafür danke ich allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich an der Befragung beteiligt haben, sehr herzlich.
Ein Großteil der Rückmeldungen stammt von Bürgerinnen und Bürgern aus der Gemeinde, die selbst Interesse am Erwerb eines Baugrundstücks haben. Neben dem grundsätzlichen Interesse wurde auch abgefragt, welche Bauform die Teilnehmer gegebenenfalls bevorzugen würden. Hier zeigte sich neben der bekannten Nachfrage nach Einfamilienhäusern eine Tendenz zu Doppelhaushälften.

Als Anhaltspunkte für die Bürgerbefragung wurden Vorskizzen von vier Varianten eines Bebauungsplanentwurfs bereitgestellt, die die wesentlichen Entscheidungsparameter bei der Ausgestaltung des Baugebiets mit Blick auf Größe und Bebauungsform verdeutlichen. Den größten Zuspruch unter den Befragungsteilnehmern fanden dabei Variante 2 (Reine Einfamilienhauslösung mit einer Baureihe südlich der Kuppenlage) und Variante 4 (Verdichtete Mehrfamilienhäuser innerhalb Ringerschließung).

Variante 1 
Variante 2 
Variante 3 
Variante 4
Überwiegende Zustimmung ergibt die Umfrage darüber hinaus für die Pläne der Gemeinde, mit einem Familienmodell Ortsansässige und Familien bei der Vergabe von Parzellen zu bevorzugen.

Anregungen und Bedenken
Die schriftlichen Kommentare der Befragungsteilnehmer beinhalten wichtiges Feedback für die Gemeinde, sie können hier aber nicht im Wortlaut wiedergegeben werden, weil sie häufig persönliche Daten der Befragungsteilnehmer enthalten. Die eingegangenen Kommentare lassen sich im Wesentlichen vier inhaltlichen Kategorien zuordnen: Sie betreffen erstens städtebauliche Belange in Bezug auf den Zuschnitt des geplanten Baugebiets, zweitens Fragen der Nachhaltigkeit, drittens die verkehrstechnische Erschließung des Baugebiets und viertens den Modus der Vergabe
Städtebauliche Belange
In Bezug auf den Zuschnitt des Baugebiets sind zunächst sich widersprechende Ansichten zur Bebauung mit Mehrfamilienhäusern zu registrieren:
- Befürworter einer verstärkten Mehrfamilienhausbebauung führen die Verfügbarkeit von kostengünstigem Wohnraum, insbesondere für junge Leute vor der Familiengründung, ins Feld.
- Gegner einer solchen Bebauung führen an, große Baukörper fügten sich nicht ins Ortsbild und führten zu einer Verdichtung der Besiedlung, die sich unter anderem in einer höheren Verkehrsdichte niederschlage.
Zudem wurden einige Detailanregungen abgegeben, etwa:
- Eine freie Ausrichtung der Häuser innerhalb der Parzellen würde die Nutzungsmöglichkeiten für Solarenergie verbessern.
- Im Fall eines zweiten Bauabschnitts wie in Variante 1 böte eine Ringerschließung verkehrstechnische Vorteile gegenüber der vorgeschlagenen Wendehammer-Lösung.
- Für die Anwohner im südlichen Bereich der Johann-Baier-Straße sollte eine rückseitige Zufahrtsmöglichkeit zu ihren Grundstücken erhalten bleiben.
Vorgetragen wurde ferner fundamentale Kritik am Standort für das neue Baugebiet: Das bestehende Baugebiet Schmelling sei schon zu groß, eine weitere große Siedlung abseits des Ortskerns nicht wünschenswert.
Nachhaltigkeit
Mehrere Befragungsteilnehmer machten auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten aufmerksam. Dazu gehören Möglichkeiten und Anreize für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen, aber auch die Anpassung an die erwartbaren Folgen des Klimawandels, etwa in Form ausreichend dimensionierter Regenwasserableitungen oder einer lockeren Bebauung mit hohem Grünanteil.
Verkehrssituation
Hauptanlass für die formulierten Bedenken gegen das neue Baugebiet ist die verkehrstechnische Erschließung desselben, insbesondere die problematische Verkehrssituation in der Fellinger Straße. Dies wird auch von mehreren Befürwortern des Baugebiets zum Anlass genommen, für eine möglichst kleine Zahl an neuen Bauparzellen zu plädieren. Mehrere Teilnehmer sprechen sich aber auch eindeutig gegen eine auch nur geringfügige zusätzliche Verkehrsbelastung auf den zum geplanten Baugebiet führenden Straßen aus. Gefordert werden hier insbesondere
- ein Konzept zur Verkehrsberuhigung der Fellinger Straße, das über den bereits geplanten Bau eines Gehwegs hinausgeht;
- Maßnahmen, die den Verkehr von der Fellinger Straße auf andere Ortsstraßen umleiten;
- eine Aufteilung des Baugebiets auf mehrere Standorte.
Vergabe der Baugrundstücke
Bedenken wurden zudem gegen die Pläne formuliert, bei der Punktevergabe auf Familien mit Kindern abzustellen. Hauptsächlich wurde hier argumentiert, dass dies nicht der üblichen Reihenfolge der Familienplanung entspreche. Meist wird hier eine reine Orientierung an der Ortsansässigkeit gefordert. Eine Vergabe allein nach diesem Kriterium ist aber mit geltendem Recht nicht vereinbar.
Bürgerbefragung zum Sportpark Haselbach
Die Gemeinde plant die Errichtung eines Sport- und Freizeitgeländes, um einen Treffpunkt und Bewegungsmöglichkeiten für alle Generationen zu schaffen. Hintergrund ist zum einen, dass eine ausdrückliche Nachfrage nach einem Ersatz für den im Rahmen des Turnhallenneubaus weggefallenen Beachvolleyballplatzes besteht. Zum anderen werden an die Gemeinde wiederholt Anfragen herangetragen, das bisher stark auf Fußball zugeschnittene Sportangebot verstärkt auf andere Sportarten auszuweiten. Auch hierzu hatten die Bürgerinnen und Bürger im November und Dezember 2020 die Gelegenheit, ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen. Immerhin 286 ausgefüllte Fragebögen gingen dazu bei der Gemeinde ein, der Großteil davon über ein Online-Formular.

Das Stimmungsbild, das sich aus dieser Umfrage ergibt, ist äußerst differenziert und zeigt, dass es keine Lösung geben wird, die alle Teilnehmer vollumfassend zufriedenstellt. Allein die hohe Beteiligung macht aber auch deutlich, dass es in der Haselbacher Bevölkerung ein hohes Interesse an der Entwicklung der Gemeinde sowie eine Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit daran gibt. Das kann uns alle nur positiv stimmen!
Haltung zum Vorhaben
Die erste inhaltliche Frage bezog sich auf die generelle Haltung zu dem Projekt: Die Teilnehmer konnten die Frage, ob sie in Haselbach Bedarf für ein Sportgelände für alle Generationen sehen, mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Das Ergebnis fällt unter den Teilnehmern der Umfrage sehr eindeutig aus: 242 beantworteten die Frage mit „Ja“, 41 mit „Nein“.

Ausstattung des Sportparks
Die zweite inhaltliche Frage bezog sich auf die von den Bürgern gewünschte Ausstattung des geplanten Sportgeländes. Dazu wurde zunächst eine Liste von Einrichtungen vorgegeben, die zuvor von einer vom Gemeinderat eingesetzten Arbeitsgruppe vorgeschlagen worden war. Jeder dieser Vorschläge konnte auf einer sechsstufigen Skala bewertet werden. Konkret standen folgende Einrichtungen zur Auswahl:
- Beachvolleyballfeld
- Basketballplatz/Hartplatz
- Bikerparcours
- Bolzplatz
- Boule-/Boccia-Bahn
- Fitnessgeräte
- Geschicklichkeitsparcours
- Kinderspielgeräte
- Skateranlage
- Tischtennisplatte
Die Umfrage ergab eine allgemein breite Streuung der Ergebnisse: Jede einzelne der genannten Anlagen erhielt jeweils von mehreren Respondenten die höchste und von mehreren Respondenten die niedrigste Bewertung. Die fünf durchschnittlich am höchsten bewerteten der vorgeschlagenen Ausstattungsgegenstände waren dabei ein Beachvolleyballplatz, Fitnessgeräte, Kinderspielgeräte, ein Geschicklichkeitsparcours sowie eine Tischtennisplatte. Auch die anderen Vorschläge wurden überwiegend positiv bewertet.

Zusätzlich zu den vorgegeben Antwortmöglichkeiten hatten die Befragten auch die Möglichkeit, selbst in einem Freitextfeld Vorschläge zu unterbreiten, welche Ausstattungsgegenstände sie sich für das Sportgelände wünschen. Insgesamt wurden dabei 180 einzelne Vorschläge unterbreitet. Zu den am häufigsten genannten Vorschlägen zählten dabei eine Fitness-/Calisthenicsanlage, ein Kneippbecken, ein Bikerparcours sowie Sitzgelegenheiten und Sanitärräume. Die wesentlichen Vorschläge sind im Folgenden in einer Wortwolke zusammengefasst, wobei die Größe der Begriffe auf der Häufigkeit der Nennungen basiert.

Standortvorschläge
Schließlich hatten die Befragten die Möglichkeit, selbst Vorschläge für den Standort des geplanten Sportparks zu unterbreiten. Dazu wurden bewusst keine Vorschläge vorgegeben, um eine unvoreingenommene Stellungnahme zu ermöglichen. Wohl aufgrund der bereits in der öffentlichen Diskussion befindlichen Standortüberlegung in Bezug auf die Fläche zwischen Friedhof und Sportplatz sind diese Fläche sowie „Nähe Sportplatz“ allgemein die am häufigsten genannten Antworten. Weitere Vorschläge, die häufig genannt wurden, sind Standorte in der Nähe der Schule, der Spielplatz an der Ringstraße, sowie Standorte in der Nähe der Baugebiete Alois-Mandl-Ring/Radweg und Schmelling.
Bereitschaft zur Mitarbeit
Abgefragt wurde auch die generelle Bereitschaft zur Mitwirkung an Planung und Erstellung des geplanten Sportgeländes.
154 Befragte beantworteten diese Frage mit „Ja“.
Bürgerversammlung geplant
Die Ergebnisse beider Bürgerbefragungen dienen bereits jetzt als Grundlage für die weiteren Planungen der Gemeinde, über die wir weiterhin transparent informieren – auch im Rahmen einer Bürgerversammlung, sobald dies wieder möglich ist.