Bürgerbefragung zu neuem Baugebiet

Braucht Haselbach ein weiteres Baugebiet? Und, wenn ja, wie soll es aussehen? Das ist Gegenstand einer Bürgerbefragung, die am Montag gestartet ist. Noch bis zum 10. Januar 2021 haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich über einen Fragebogen an der Diskussion über die Zukunft der Dorfentwicklung zu beteiligen.

Dazu hat ein Planungsbüro vier verschiedene Varianten eines Bebauungsplanvorentwurfs im Anschluss an das bestehende Baugebiet Schmelling erarbeitet, die in Bezug auf Größe und Bebauungsdichte die wesentlichen Entscheidungsparameter bei der Gestaltung des Baugebietes widerspiegeln. Die Entwürfe sind auf der Website der Gemeinde einsehbar. Bürgerinnen und Bürger haben bis einschließlich 10. Januar 2021 Gelegenheit, mittels eines Fragebogens dazu Stellung zu nehmen. 

Der Gemeinderat und ich sind der Überzeugung, dass wir mit unseren Flächen sparsam haushalten müssen, dass wir aber nicht um die Ausweisung eines neuen Baugebiets herumkommen: Die Nachfrage nach Wohnraum ist enorm; das zeigen nicht zuletzt die zahlreichen Anfragen, die sich bei der Gemeinde stapeln. Daher möchten wir im Anschluss an das bestehende Baugebiet Schmelling Anfang kommenden Jahres einen neuen Bebauungsplan aufstellen. Nun ist die Gemeinde Haselbach sicher nicht dafür verantwortlich, diesen Wohnraumbedarf im Alleingang zu befriedigen. Ich sehe aber sehr wohl eine Verantwortung dafür, dass junge Familien – und gerade solche, die aus der Gemeinde kommen oder einen Bezug zu Haselbach haben – , eine Perspektive erhalten, sich hier niederlassen zu können.

Gerüstet für demografische Entwicklung

Der Gemeinderat hat deshalb die Formulierung eines Kriterienkatalogs ins Auge gefasst, der Ortsansässige und junge Familien mit Kindern bei der Vergabe von Bauparzellen begünstigt. Dieses Steuerungsinstrument ist wichtig, damit das Bevölkerungswachstum auch mit einem organischen Wachstum der gemeinschaftlichen Strukturen einhergeht.

Zugleich sind wir uns der Tatsache bewusst, dass sich das Siedlungsgebiet nicht unendlich weit in die Landschaft fressen kann und wir gleichzeitig darauf achten müssen, dass bestehende Siedlungen nicht veröden. Wir haben deshalb schon im Frühsommer mit der Einrichtung eines gemeindlichen Leerstandsmanagements begonnen, nutzbare Flächen kartiert und sind inzwischen an die Eigentümer herangetreten. Nur zeigt der Rücklauf aber auch, dass die zur Verfügung stehenden Baulücken nicht ausreichen, um auch nur die Nachfrage aus der Gemeinde selbst zu decken.

Daher herrscht im Gemeinderat Einigkeit, dass wir neues Bauland ausweisen müssen, dabei aber auch die Entwicklung in den bestehenden Siedlungen genau im Auge behalten müssen. Statistikern zufolge ist in rund einem Jahrzehnt demografisch bedingt mit deutlich zunehmenden Leerständen zu rechnen. Für diese Wohnungsblase („generational housing bubble“) will sich die Gemeinde mit dem aktiven Flächenmanagement rüsten, um nicht irgendwann mit einem großen Leerstandsproblem konfrontiert zu sein.

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